Fangschreckenkrebse – Superlative in der Tierwelt

Präparation eines Gliederfüßers zur Erarbeitung von Struktur-Funktionszusammenhängen

  • Martina Bryce Ludwig-Maximilians-Universität München
  • Carolin Haug
  • Joachim T. Haug
  • Dominik Radtke
  • Monika Aufleger
Schlagworte: Stichwörter: Krebs, Gliederfüßer, Präparation, Basiskonzept, Struktur und Funktion, Angepasstheit, Fachwissen und Arbeitstechniken

Abstract

Superlative begeistern Kinder und Jugendliche. Fangschreckenkrebse (Stomatopoden) zeigen einige Merkmale, die man als „Superlative“ bezeichnen könnte. Zunächst fallen dabei die Fangmechanismen der Stomatopoden auf. Man unterscheidet gemein gebräuchlich sogenannte “Speerer” und “Boxer”. Die “Speerer” erreichen mit ihrem großen Raubbein eine Geschwindigkeit von über 100 km/h beim Beutefang, eine der schnellsten muskelvermittelten Bewegungen in der Tierwelt. Die “Boxer“ erzeugen eine Krafteinwirkung ähnlich einem Wolfsbiss oder einer Kleinkaliberkugel mit darauffolgender Druckwelle zum Zertrümmern der Schalen von Beutetieren. Außerdem ist der Besitz eines der besonderen optischen Apparate mit den meisten Fotorezeptortypen im gesamten Tierreich beeindruckend (Cronin et al. 2017). 

Doch nicht nur diese Superlative machen die Fangschreckenkrebse für den Unterricht interessant. Fangschreckenkrebse sind leicht und kostengünstig zu besorgen und  mit einer Verkaufsgröße von bis zu ca. 25 cm sind die Extremitäten gut und anschaulich zu präparieren.  Die Extremitäten weisen eine morphologische Vielfalt auf, die als Angepasstheiten an die unterschiedlichen Funktionen zu verstehen sind.   So lassen sich die vielfältigen Variationen einer grundlegenden Körperorganisation am Original zeigen.

Veröffentlicht
2020-02-03